Wir verstehen die Kunst der Verführung!

Ein Morgen, der ohne Kaffee beginnt, hat bei mir kaum eine Chance, ein guter Tag zu werden. Bei einem Wienbesuch lässt sich aus den Vollen schöpfen. Die Wiener Kaffeehäuser sind zweifelsfrei eine Institution. Die Wiener haben das Kaffeetrinken zur Kultur gemacht. Seit dem Jahr 2011 gehört die Wiener Kaffeehauskultur sogar zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.

Ins Café kommt man, um schnell einen Espresso zu trinken. Hier kann man aber durchaus einen halben Tag beim Zeitunglesen, Arbeiten, „Networken“ oder einfach nur Plaudern verbringen. Das Wiener Kaffeehaus ist ein Treffpunkt für Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Freunde. Und es ist ein Lebensgefühl.

Polstersessel, Plüschcouchen oder die klassischen Thonet-Stühle (mit den unter Dampf gebogenen Lehnen) am Marmortisch, goldgerahmte Spiegel, bunte Tapeten. Diese Atmosphäre gehört ganz wesentlich dazu. Ein leicht grantelnder „Herr Ober“ wird hier durchaus als charmant empfunden oder gehört sogar zum guten Stil.

Die Wurzeln dieser Kultur reichen zurück bis zur Türkenbelagerung. 1685 war es dann angeblich der armenische Spion Johannes Theodat (oder Deodat), der das erste Kaffeehaus in Wien eröffnete. Später waren die Cafés fest in griechischen Händen – sie hatten das Monopol auf den Ausschank.

Die goldenen Zeiten kamen im 19. Und 20. Jahrhundert, in jener Zeit entstand auch die Wiener „Kaffeehausliteratur“. Das älteste Kaffeehaus Wiens ist heute das Café Frauenhuber. 1891 wurde es in der Himmelpfortgasse eröffnet.
Besonders authentisch ist auch das „Sperl“. Das Hawelka mit seinen Buchteln, das Landtmann, das Schwarzenberg, Demel, Westend, Sacher oder De l’Europe sind einige der Institutionen, die diese Kultur heute noch prägen.

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