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Die „Pescheria“ ist für viele der schönste Fischmarkt Italiens

Eine Reise nach Venedig ist nicht komplett, wenn man nicht den riesigen Fischmarkt in der Lagunenstadt besucht hat. Zumindest für jene, die köstliche Fischgerichte und ausgefallene Meeresfrüchte schätzen, wie sie die italienische Küche en masse zu bieten hat. Es ist ein Ausflug in eine andere Welt.

Nur wenige Schritte von der berühmten Rialto-Brücke entfernt, liegen im Stadtteil San Polo die neogotischen Säulenhallen, in denen die Fischhändler ihre Waren anbieten. Sie tun dies bereits seit dem 14. Jahrhundert an diesem Ort. Das Gebäude selbst wurde allerdings erst 1907 erbaut.

Planen schirmen das Sonnenlicht von den Fischständen ab, beim Betreten der Hallen müssen sich die Augen erst an das kühle Kunstlicht gewöhnen, unter dem die Fische und anderen Meerestiere auf Eis gebettet präsentiert werden. Die Versuchung, all diese imposanten Kreaturen zu berühren, ist groß.

In der „Pescheria“ muss man gar nicht unbedingt etwas kaufen. Mit allen Sinnen bewusst durch den Markt zu schlendern, das reicht bereits zum besonderen Erlebnis: Die riesigen Krabben und Muscheln, die ganzen Schwertfische, die glitschigen Tintenfische oder die bunten Makrelen sind ein faszinierender Anblick. Unterstrichen werden die visuellen Eindrücke durch den intensiven Duft nach Fisch, der hier in der Luft hängt. Das mögen, zugegebenermaßen, nicht alle.

Ein Hauch von Dramatik liegt in der Luft. Die Messer werden gewetzt und die riesigen Thun- und Schwertfische in appetitliche Steaks zerteilt. Ein Seeteufel hängt am Haken und hat sein riesiges Maul ein letztes Mal aufgesperrt, die Seespinnen wackeln noch mit ihren Beinen. Am Rand schleichen Möwen herum und warten darauf, dass ein Stück Fisch für sie abfällt.

Kulinarium Austria: Fischmarkt Venedig

Man sieht Kinder, die sich die Nasen zu halten und Touristen mit gezückten Fotoapparaten. Private Stammkunden kaufen hier ebenso ein wie große Hotelküchen. Mit geübtem Blick finden die Einheimischen meist genau das, was sie suchen. Die Qualität muss aber stimmen. Da wird mitunter diskutiert und gefeilscht und die Fischverkäufer erteilen Zubereitungstipps. Nebenbei werden natürlich Klatsch und Neuigkeiten ausgetauscht.

Dieses „Eck“ von im Herzen von Venedig ist ein wichtiger kulinarischer Treffpunkt und sozusagen der Bauch der Stadt. Der bunte Obst- und Gemüsemarkt nebenan ist sogar noch zweihundert Jahre älter als der Fischmarkt, bereits seit 1100 wird er hier abgehalten. Metzgereien und zahlreiche anderen Spezialgeschäfte rund um das leibliche Wohl sind hier zu finden. Pasta in allen Formen und Farben findet man ebenso wie Gewürze und Feinkost. Am eindrucksvollsten ist das bunte Treiben auf den Märkten am frühen Morgen.

Kulinarium Austria: Fischmarkt Venedig

Nach diesen Eindrücken genießt man am besten einen Café oder eine Ombra, ein kleines Glas Wein, in einer der angrenzenden Bars. Ein besonderer Tipp ist die „Cantina Do Mori“, eine traditionelle Weinbar, die für ihre Cicchetti, Tramezzini und Crostini berühmt ist.

Gleich neben der Pescheria liegt die Trattoria „Poste Vecie“, das älteste Restaurant Venedigs. Hier kann man die Fischspezialitäten natürlich auch auf dem Teller bewundern und dann verspeisen.

Fotos: Julia Hitthaler

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