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Kalabrien: Die abwechslungsreiche Stiefelspitze

Italien ist so vielseitig, wie es lang ist. Vom modernen, pulsierenden Norden mit seinen Mode und Design-Metropolen bis zum traditionellen Süden, in dem die Uhren noch ein wenig anderes gehen, reicht die Palette. Ganz unten, in der Spitze des Stiefels, liegt Kalabrien. Hier macht das genussvolle „Dolce Vita“ ganz besonderen Spaß.

Durch die schmalen Gässchen der am Felsen zusammengedrängten Altstadt tuckert eine Ape. Sie wissen schon – so etwas wie ein Moped, nur mit drei Rädern und einer Ladefläche. Ein Auto passt hier nämlich nicht durch. Entspannt ist es hier und trotz Sommerhitze erträglich. Die Steinmauern halten die Häuser lange kühl. In den engen Straßen findet sich immer ein schattiges Plätzchen. Hier sitzen die Alten, Frauen und Männer getrennt, unterhalten sich, tratschen, politisieren, spielen Karten oder tauschen Kochrezepte aus. Tropea und Pizzo sind unbedingt einen Ausflug wert.

Kulinarium Austria: Kalabrien

Von Nicotera blickt man auf die Äolischen Inseln. Die bekannteste ist Stromboli. Die Vulkaninsel, die ein unvergleichliches Naturerlebnis bietet, das man nie mehr vergisst. Der stets aktive Vulkan, spukt alle paar Minuten Lava. Besonders eindrucksvoll ist das natürlich in der Nacht. Bootstouren ermöglichen den besten Blick. Mit einem Führer kann man den Vulkan auch erklimmen und sich das Schauspiel ganz aus der Nähe anschauen. Die Inseln sind im Frühjahr und Herbst lohnende Wanderziele. Im Sommer ist ob der Hitze eher „Dolce far niente“, das süße Nichtstun angesagt.

Steile Felsküsten und weite Sandstrände, eine reiche Vergangenheit und dennoch Offenheit für Neues, Kulturschätze und Berge, lebhafte Städtchen und ruhige Nationalparks machen die die Stiefelspitze Italiens zu einem besonders lohnenden und abwechslungsreichen Reiseziel. Sonnenschein, der Duft nach Meer und Kräutern, türkisblaues Wasser, pastellfarbene Sandstrände.

Während der Norden Italiens hektisch zuckt und mit der Globalisierung kämpft, ist hier im Süden Zeit zu haben eine Tugend. Zeit um sich zu unterhalten, Zeit um für die Familie zu kochen und miteinander zu genießen.

Kulinarium Austria: Kalabrien

Hier gibt es wahrlich noch echtes Slowfood. Die Küche ist bäuerlich und unverfälscht, durchaus auch mal deftig. Authentisch wird hier nach traditionellen Rezepten aufgekocht. Die Zutaten sind meist einfach, aber ihrer Qualität wird besonderes Augenmerk gewidmet, was die Geschmacksknospen zu Freudensalti animiert.

Aal in Essig als Vorspeise ist für unseren Gaumen etwas gewöhnungsbedürftig. Gängiger ist Tonno alla Calabrese, also Thunfisch auf kalabrische Art, der die Region schon im Namen trägt. Geschmacksintensiv mit Kapern, Oliven, Tomaten und Paprika. Letztere sind ebenfalls eine Spezialität Kalabriens. Außerdem gibt’s rote Zwiebeln, die eine tolle Suppe oder einen dekorativen Kranz ergeben. Lamm und Huhn landen gerne im Kochtopf, auch Sardellen sind beliebt. Die mit Peperoncini verfeinerte Salami N’duja.

Besonders typisch für die Region ist der Lakritzlikör. Lieben oder hassen, dazwischen gibt es beim Geschmack und Geruch von Lakritze nichts. Dazu als Nachtisch „Anime Beate“, das sind frittierte Krapferl oder das berühmte Trüffeleis.

Entlang eines schmalen Küstenstreifens ist das Gebiet die Heimat der Bergamotte. Das daraus gewonnene Öl ist zum einen ein beliebter Duftstoff, wird aber auch zur Aromatisierung von Lebensmitteln wie etwa Tee verwendet. Liköre, Säfte und Marmeladen werden aus dieser Zitrusfrucht ebenfalls gemacht.

Buchtipp: Mediterraneo. Eine kulinarische Reise durch Süditalien.

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