Wir verstehen die Kunst der Verführung!

 

Il Po – Kulinarische Impressionen

Der Titel „Il Po“ mag auf den ersten Blick verwirrend klingen, aber nein, es handelt sich hier nicht um eine Trainingsanleitung für ein knackiges Hinterteil. Vielmehr geht es in diesem Buch ums Essen oder besser gesagt ums Genießen in der italienischen Po-Ebene.

Große Kochkulturen sind vor allem entlang großer Flüsse entstanden, so Autor Michael Langoth. Folgerichtig widmete er sein vergangenes Buch „Mekong Food“ dem prägenden asiatischen Strom. Dieses Mal entführt er nach Italien.

Eingebettet zwischen den Alpen und dem Apennin fließt der Po 650 km weit, bis er in die Adria mündet. Die fruchtbare Ebene, der er seinen Namen gibt, ist prädestiniert für Landwirtschaft. Schweine, Kühe, Fisch, Obst und Gemüse gedeihen hier gleichermaßen und die Region ist Heimat von Delikatessen wie Parmesan, Parma-Schinken, Balsamico-Essig, Polenta, Campari und Co.

Wer ab und zu nach Italien reist, der weiß, dass die Italiener gutes Essen lieben. Das ist mit ein Grund, warum die Nahversorgung hier noch relativ gut funktioniert. Obst-, Gemüse- und Fischmärkte sowie Metzgereien sind gut besucht und die kleinen Produzenten können noch leben. „Der Grund dafür ist das hohe Qualitätsbewusstsein der Konsumenten. Sie lassen sich nicht täuschen und sind bereit, gutes Geld für gutes Essen zu bezahlen“, schreibt Langoth.

Mit seiner Kamera war er auf Märkten unterwegs, hat die Bauern und „Handwerker“ besucht, die diese Köstlichkeiten herstellen und verarbeiten. Entstanden ist wieder ein wunderbarer Bild-Koch-Band, der auch Landeskunde, Geschichtliches, Auswahl der Zutaten und Kochtechniken zu bieten hat.

An Gerichten serviert Langoth Pasta, Risotti, Suppen, Aufläufe aber auch klassische Fleischgerichte wie Maiale Ubriaco (Besoffenes Schwein), Kaninchen und vegetarische Meisterwerke. Gekocht wird so, dass sich die Hauptzutat am besten entfalten kann. Überflüssiger Schnickschnack wird weggelassen, denn die Küche in der Po-Ebene entwickelte sich aus Mangel und Armut. Die „cucina povera“ ist die Kunst, aus wenigen einfachen Zutaten eine Köstlichkeit zuzubereiten. Hier ist die slow-food-Bewegung entstanden und hier hat sie auch die meisten Anhänger.

Das Buch „Il Po“ ist ein Portrait der Region, ein Plädoyer gegen industrielles Kochen und ebensolche Nahrungsmittelproduktion, für Qualität, die ihren Preis hat, handwerkliche Intelligenz und Konsumenten, die sich mit Essen auskennen.

Dem liegen fünf kulinarische „Glaubenssätzen“ zugrunde:

  1. Gutes Essen ist einfach
  2. Essen nach Jahreszeiten
  3. Die Qualität der Zutaten ist alles
  4. Kochen als regionale Identität
  5. Handwerkliche Intelligenz

Autor Michael Langoth ist begeisterter Koch, Fotograf und Musiker. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den unterschiedlichen Ausdrucksformen von Kreativität und deren verbindenden Elementen. Seit 30 Jahren fotografiert er Essen im Studio Trizeps in Wien. In diesem „kulinarischen Labor“ werden neben innovativen Bildsprachen auch neue Aspekte des Kochens erforscht und medial verarbeitet

Post Tags
Share Post
No comments

LEAVE A COMMENT